Sexsüchtig? Was ist das eigentlich? Plus: Doku "Pornosüchtig unter 18" ansehen

Ein Wort, das jedem irgendwie bekannt ist: Sexsucht. Was dahinter steckt und ab wann jemand sexsüchtig ist? Wir erklären es Euch.

Wenn der Sex zur Droge wird, sind viele Betroffene beschämt. Kaum jemand traut sich, offen von seiner Sucht zu erzählen. Umso erstaunlicher, dass in der “BBC Exklusiv”-Doku drei Jugendliche aus England auspacken und uns mitnehmen in ihr Leben mit der Sucht.

Doch was bedeutet es eigentlich, süchtig nach Sex zu sein und wo liegt die Grenze zwischen “normaler” Sexualität und Sexsucht?

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Das deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft zitiert die Expertin Christl R. Vonholdt so: “Sexuell süchtiges Verhalten ist gekennzeichnet durch die klassischen Merkmale jeder Sucht: Kontrollverlust, Machtlosigkeit, Benutzung von Sex als Betäubungsmittel und Besessenheit von der Sucht. Wie bei jeder anderen Sucht kommt es zur sogenannten Toleranzentwicklung, Dosissteigerung und zu Entzugssymptomen. Im Alltag findet eine zunehmende Einengung statt: Sex wird zur alles bestimmenden Lebensmitte.”

Bedeutet: So wie Alkohol- oder Drogensüchtige brauchen Sexsüchtige den täglichen Kick durch die Droge. Häufig auch mehrmals am Tag. Wie sich die sexuelle Befriedigung verschafft wird, ist von Person zu Person verschieden. Der eine kann nicht mehr von Pornos lassen, der andere nutzt seine Phantasie und mastubiert zwanghaft und wieder andere hüpfen von Bett zu Bett.

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Doch woher kommt dieses Verhalten und wie entwickelt sich eine Sexsucht? Laut dem Institut für Jugend und Gesellschaft gibt es bei den Betroffenen häufig “Löcher” im Boden ihres Lebens. Sie fühlen sich oft wertlos, abgelehnt und innerlich leer. Oft stehen problematische familiäre Lebensbedingungen im Vordergrund. Der Süchtige fühlt sich Einsam, hat Angst und schämt sich.

Eine Beziehung ist für die Betroffenen oft unmöglich. Denn echte Intimität verlangt, dass sich die Betroffenen öffnen und sich somit auch spüren, was auch bedeuten würde, Schmerz zu spüren. Und das wollen Süchtige um jeden Preis vermeiden. Der Kick, den Sex erzeugt, wird immer dann genutzt, wenn Gefühle, wie Einsamkeit, Schmerz oder Langeweile auftreten. Die Gefühle treten in den Hintergrund, werden dadurch betäubt.

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Wie bei allen Süchten hält der Kick nicht lange an, die Dosis muss erhöht werden und der Teufelskreis beginnt. Wie das ganz konkret im Alltag aussehen kann, seht Ihr in der Dokumentation “Pornosüchtig unter 18”.



Donnerstag, 19. Februar 2015