Verhütungsmittel für den Mann: Sagt Hallo zum Ventil für den Penis

Wieso ein Berliner Tischler mit einem kleinen Schalter die Verhütung revolutionieren könnte...

Das Thema Verhütung war bislang ganz klar Frauensache: Für die meisten Mädchen ist es noch immer ganz selbstverständlich mit der Pille anzufangen und das obwohl gerade in letzter Zeit immer mehr über die gesundheitlichen Gefahren durch die hormonelle Belastung des Medikaments bekannt wurden. Die Pille für den Mann hat es dagegen noch nicht auf den Markt geschafft. Ganz schön ungerecht eigentlich, doch ausgerechnet ein Mann sorgt nun dafür, dass sich dieser Zustand bald ändern könnte: Der Berliner Tischler Clemens Bimek hat über die letzten Jahre ein Verhütungsventil für den Penis entwickelt.

>>> Getropft nicht gerührt: Cocktails mit menschlichen Tränen könnt Ihr jetzt verschenken

Ja, Ihr habt richtig gehört, liebe Jungs. Ein kleines Implantat aus Kunststoff könnte vielleicht schon bald die Verhütung revolutionieren. Wie das gehen soll? Ganz einfach: Das kleine Ventil wird – ganz ähnlich wie bei einer Vasektomie – in die beiden Samenleiter des Mannes eingesetzt. Über einen winzigen Schalter in den Hoden kann Mann dann entscheiden, ob das Ventil offen oder geschlossen sein soll. Letzteres unterbindet den Fluss der Spermien – das heißt, obwohl der Mann beim Sex ganz normal ejakulieren kann, ist er nicht zeugungsfähig. Mit einem einfachen Knopfdruck lässt sich das Ganze dann wieder rückgängig machen.

Ein riesiger Vorteil gegenüber einem Eingriff wie der Vasektomie, bei der die Zeugungsunfähigkeit in vielen Fällen nicht rückgängig zu machen ist. Und auch der Zeitaufwand für das Penisventil hält sich im Rahmen: Nicht länger als eine halbe Stunde soll das Einsetzen des Bimbek SLV nach Aussage seines Entwicklers dauern. Und der muss es wissen, denn der Tischler ist der erste und bislang einzige Mann auf diesem Planeten, der das Ventil von der Größe eines Gummibärchens bereits in seinem Penis trägt. Vier Operationen habe es gebraucht, bis das zwei Gramm schwere Implantat so saß, wie es sollte. Für Bimbek ein Aufwand, der sich gelohnt hat, denn der Berliner ist von seiner Erfindung restlos überzeugt: Grund für Angst vor gesundheitlichen Schäden oder einen negativen Einfluss auf die Lust gebe es nicht. Auch in Sachen Tragekomfort kann das Verhütungsventil laut seinem Erfinder punkten: Weder der Schalter, noch das Ventil seien spürbar, so Bimbek.

>>> Hättet Ihr's gewusst? Das haben Frauen erfunden

Doch wie jedes andere Verhütungsmittel kommt auch das Bimbek SLV nicht ohne Nachteile daher: Mit 3000 Euro ist das Ventil nicht gerade ein Schnäppchen. Immerhin soll es ein Leben lang halten, aber genau daran haben einige Urologen ihre Zweifel: Viele Ärzte befürchten, dass das Implantat nach dem Einsetzen vom Körper abgestoßen werden könnte. Andere, wie Wolfgang Bühmann – Sprecher des Berufsverbands der Deutschen Urologen – fürchten Narbenbildung an den Schnittstellen der Samenleiter. Diese könnten dazu führen, dass die Samen nicht mehr fließen können. Zudem könnte die Samenflüssigkeit verkleben, wenn das Ventil lange nicht geöffnet würde.

Wie jedes neue Produkt, scheint auch das Penisventil seine Vor- und Nachteile zu haben. Doch eines steht fest: Bimbeks Erfindung wird noch eine Menge Tests zu bestehen haben, bis es tatsächlich auf den Markt kommen kann. Denn in Deutschland entscheidet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte auf Basis einer Reihe von Studien, ob ein neues Medikament zugelassen wird oder nicht. Potential für die Revolutionierung des Verhütung hat das Ventil aber alle mal!

Wird sich das Penis-Ventil durchsetzen? Was meint Ihr?

Dienstag, 05. Januar 2016