Alles Cheater? 5 Fakten, die erklären, warum manche Menschen untreu sind und andere nicht

Hoffnungslos romantisch? Da habt Ihr die Rechnung ohne die Biologie gemacht.

Das Herz liegt in Trümmern. Hinzu kommen die endlose Enttäuschung und die große Frage: Wie kann ich jemals wieder jemandem vertrauen? Jeder, der schon mal vom Freund oder von der Freundin betrogen wurde, weiß, dass Untreue das Schlimmste ist, was man in einer Beziehung erleben kann. Eigentlich sind wir uns alle einig: Betrügen ist einfach mies, das macht man nicht. Doch die Beziehungspraxis sieht leider anders aus:

1. Wir hassen betrügen und trotzdem tun wir es.



Studien belegen – rund 90 Prozent der Amerikaner halten Untreue für moralisch verwerflich. Trotzdem, mehr als 30 Prozent der verheirateten Paare in den USA gaben in einer Befragung zu, ihren Partner an einem Punkt in der Beziehung schon mal betrogen zu haben. Man muss kein Mathegenie sein, um zu begreifen, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Warum betrügen wir also, wenn wir es eigentlich so sehr verurteilen? Sind alle untreuen Partner wirklich einfach nur schlechte Menschen, die sich nicht zusammenreißen können?

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Biologe Dr. David Barash und die Anthropologin Dr. Helen Fisher haben im Interview mit Bustle verraten, dass es noch einen anderen wichtigen Faktor gibt, der in Sachen Betrügen ein große Rolle spielt: Die Biologie. Aber bevor wir euch erklären, was sie damit genau meinen, lasst uns erstmal mit einem der größten Mythen aufräumen, der die Untreue umgibt:

2. Frauen betrügen genauso häufig wie Männer.



Das gilt zumindest für alle Frauen unter 40. Studien haben gezeigt, dass Frauen in diesem Alter genauso häufig dazu neigen, ihren Partner zu betrügen, wie die Herren der Schöpfung. Der Grund? “Die Emanzipation der Frau, besonders im Job, hat dazu geführt, das Frauen sich nun auch sexuell freier ausleben”, erklärt Fisher im Interview mit Bustle.

Doch egal ob Mann oder Frau, es gibt gleich mehrere Theorien in der Sexualforschung, die erklären könnten, warum Liebespaare einfach nicht damit aufhören kann, sichzu bescheißen, auch wenn sie es so gerne wollten:

3. Menschen sind nicht von Natur aus monogam.



Ja, das ist wirklich eine offizielle Theorie, die von Dr. Barash bestätigt wird. Doch Vorsicht, sie ist trotzdem kein Freifahrtsschein, um sich jetzt ohne schlechtes Gewissen wild durch die Gegend zu schlafen. Denn nur, weil wir nicht von Natur aus monogam sind, heißt das nicht, das wir es nicht sein können. Dinge wie Kochen oder Violine spielen, sind uns auch nicht angeboren und trotzdem ist es eine gute Sache, wenn wir sie erlernen.

4. Betrügen liegt in unseren Genen.



Gene sind für alles verantwortlich: Von der Augenfarbe, über die Größe, bis hin zu der Tatsache, ob Ihr Euch schnell stressen lasst oder nicht – und wahrscheinlich auch dafür, ob Ihr eher dazu neigt, Euren Partner zu betrügen oder nicht.

“DRD4” ist der Name des genetischen Übeltäters. Denn dieses Gen ist an der Produktion des Glückshormons Dopamin beteiligt. Also das, was Ihr spürt, wenn ihr guten Sex oder gutes Essen (Foodporn) erleben dürft. Doch die Länge des Gens variiert von Mensch zu Mensch. Personen, mit der langen Version von “DRD4” brauche mehr Reize, um Glücksgefühle freizusetzen als Menschen mit der kurzen Version. Nun zeigen Studien, dass Personen mit einem langen “DRD4” doppelt so häufig zu unverbindlichen Sex neigen – inklusive One Night Stands und Untreue.

Ihr seht den Zusammenhang? Und auch das Gen “AVPR1A” hat einen Einfluss auf unsere Treue-Verhalten: Dieses Gen ist verantwortlich für unser Gefühl für Vertrauen, Empathie und sexuelle Bindung: 40 Prozent der Frauen, die eine mutierte Version dieses Gens hatten, zeigten in einer Studie auch eher die Neigung ihre Partner zu betrügen.

5. Unser Gehirn macht uns zu Betrügern.



Drei verschiedene Systeme in unserem Gehirn sind für unser Liebesleben verantwortlich, erklärt Fisher: Sexualtrieb, romantische Liebe und tiefe Verbundenheit sind drei Komponenten, die alle in unterschiedlichen Regionen unseres Gehirns verwurzelt sind: “Das Problem ist, dass diese drei Systeme nicht immer auf die gleiche Person fokussiert sind. Man kann also tiefe Verbundenheit für den eigenen Partner fühlen und gleichzeitig starke sexuelle Gefühle für jemand anderen hegen. Es ist fast so, als hätten wir drei Gehirne in unserem Kopf, die alle machen, was sie wollen.

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Ist ein Teil der Menschheit also für immer biologisch dazu verdammt, die Menschen zu betrügen, die sie lieben? So einfach ist es dann doch nicht. Und vor allem sollten diese Erkenntnisse nicht als Freiticket gesehen werden, sich nun wild durch die Gegend zu vögeln. Aber sie zeigen, dass beim Betrügen mehr eine Rolle spielen kann, als ein fehlendes Bewusstsein für Moral. Es ist wie mit allem, die Biologie ist ein Teil von uns, aber wenn wir wirklich wollen, können wir sie bezwingen.

Donnerstag, 14. April 2016