Kein Blatt vor dem Mund: K.I.Z. fordern hitzigere Politikdiskussionen

Jetzt aber mal Butter bei die Fische!

K.I.Z. sind für Provokationen bekannt. Ihre Texte sind dominiert von schwarzem Humor, Sarkasmus und Selbstironie. Nicht selten wird dabei auch die Gesellschaft auf die Schippe genommen – oder aber die Politik. Und genau das finden die Rapper auch richtig so, denn die meisten politischen Themen werden ihrer Meinung nach viel zu sanft behandelt.

In einem Interview mit dem “Playboy” zeigten sich K.I.Z. von ihrer ernsten Seite. Insbesondere Bandmitglied Maxim Drüner machte seinen Standpunkt zum Politdiskurs klar. Im Umgang mit der AfD könne er die Zurückhaltung nicht verstehen: “Ich fand es immer nervig, dass nie eine wirkliche Kritik darüber stattgefunden hat, was die AfD macht, sonder einfach nur gesagt wird ‘Die gehören nicht zu uns’. Aber die gehören halt leider sehr wohl zu uns.” Was bleibt also? Klartext über die rechtspopulistische Partei sprechen!

Auch die Diskussion zum Erdogan-Schmähgedicht bemängelt Maxim – doch diese Kritik betrifft eher Jan Böhmermann, der in seinen Augen ignorant gehandelt hat. Fühle sich jemand durch einen Text angegriffen, sollte man nicht mit “Kunstfreiheit! Meinungsfreiheit! Du darfst Dich nicht verletzt fühlen!” kommen. “Das halte ich für eine Frechheit. Nein, man muss erst mal anerkennen, dass sich die Person verletzt fühlt und gute Grunde dafür hat. Damit muss ich schließlich vorher rechnen.

Gerade weil die Jungs immer Klartext sprechen, sind K.I.Z. auch so enorm erfolgreich. Auf ihrem aktuellen Album “Hurra die Welt geht unter” lassen sie es ordentlich krachen. Dennoch sind die Rapper ernster geworden. Sie bleiben gesellschaftskritisch, sind dabei aber merklich weniger ironisch und viel direkter.



Mittwoch, 08. Juni 2016